Titelbild Fachverband Traumapädagogik

Fachtag Herausfordernde Schüler_innen
Traumasensible Hilfe im Schulalltag

14. Mai 2022 / Leipzig

Herausfordernde Schüler_innen kennt jeder aus seinem Schulalltag. Die Frage ist oft, wollen sie nicht, oder können sie nicht? Sie fallen aus dem Netz und werden teilweise als „nicht tragbar“ beschrieben. Was tun, „wenn Kinder nicht wollen können“? (Hehmsoth 2021) Der Fachtag der AG Schulen des Fachverband Traumapädagogik widmet sich der spannenden Frage, wie wir Kindern und Jugendlichen ihr Recht auf Bildung sichern und als an Schulen Tätige trotzdem Entlastung bei den tagtäglichen Herausforderungen erleben können.

Alle Informationen

Fachverband Traumapädagogik e. V.

 

Es ist und war in der Geschichte der Menschheit unumstritten, dass körperliche Verletzungen oft zu bleibenden Schäden führen. Die Frage nach den bleibenden Folgen seelischer Verletzungen, z.B. bedingt durch körperliche und sexuelle Gewalt, Vernachlässigung und Hunger u.a. stellen sich moderne Gesellschaften erst seit kurzer Zeit. Bald wurde jedoch deutlich, dass herkömmliche und bewährte Methoden sich häufig als zu wenig wirksam erwiesen – diese Erfahrungen setzten ein breites Forschungsinteresse im medizinisch-therapeutischen und später auch im pädagogischen Rahmen in Gang.
 
Kinder und Jugendliche, erst recht mit seelischen, geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen, wurden in dieser Diskussion zumeist übersehen: Zu sicher war sich auch die wissenschaftliche Gesellschaft, dass sich vergangene Ereignisse gleichsam "auswachsen". Gefühle, Erinnerungen – auch Schmerzen im gleichmachenden und schmerzabschaltenden Dunkel der Vergangenheit verschwinden: Übrig sollten helle Kindheitsbilder bleiben – zumindest in dieser Lesart. Eine Haltung, ein Vorgehen welches, wie wir heute wissen, schwere seelische Folgen für die Betroffenen hatte und bis heute hat. Kinder, Jugendliche und Erwachsene brauchen nach traumatisierenden Ereignissen und Lebenserfahrungen häufig Begleitung im Alltag: Ein Wissen und eine Haltung, die vielen PädagogInnen und TherapeutInnen derzeit häufig noch fehlt.

Der Fachverband Traumapädagogik hat sich zum Ziel gesetzt, dieses Wissen zu verbreitern und die Diskussionen und Fortbildungen in traumabezogener Pädagogik in die verschiedenen pädagogischen Arbeitsfelder zu tragen. Darüber hinaus ist sie Forum für entsprechende fachliche Diskussionen und Stichwortgeber zur Initiierung notwendiger Veränderungsprozesse, sowie Streiter in allen gesellschaftlichen Feldern, in denen die Belange betroffener, vor allem junger Menschen berührt sind.

Neuigkeiten

Brief zur Unwetter-Katastrophe

Juli 2021

Liebe Mitglieder des Fachverband Traumapädagogik e.V.,
die Unwetter-Katastrophe und deren schwer fassbare Folgen für die Menschen in den betroffenen Gebieten erfüllen uns mit Schrecken und Sorge. Wir sind in Gedanken bei den Betroffenen, insbesondere bei unseren Freundinnen und Freunden sowie den jungen Menschen, den Kolleginnen und Kollegen in den Einrichtungen und Instituten des Fachverbands.

In den Gesprächen im Vorstand und mit einigen Mitgliedern des Fachverbands wird uns erneut vor Augen geführt, wie bedeutsam es ist, der Sprachlosigkeit angesichts einer solchen Katastrophe etwas entgegenzusetzen. Dies betrifft neben den Menschen, die unmittelbar betroffen sind, auch diejenigen, die in ihrem persönlichen Umfeld oder über die Medien Zeug*innen des Unheils geworden sind und dies jeden weiteren Tag werden. Wir wissen heute noch nicht, was diese Zeugenschaft für die jungen Menschen bedeutet.

Wir wünschen uns allen viel Kraft dafür, im Kontakt miteinander und mit den jungen Menschen die wichtigen Räume zu schaffen und gemeinsam Sprache für das Unaussprechliche zu finden. Wir freuen uns über Rückmeldungen und Anregungen.

Es grüßt euch von Herzen, der Vorstand des Fachverband Traumapädagogik e.V.

 

 

Positionspapier „Traumapädagogische Perspektiven auf Gewalt und Gewaltschutz“

April 2021

Gewalt und damit verbunden die Frage nach einem wirksamen Gewaltschutz müssen vor dem Hintergrund zahlreicher gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen verstärkt zum Gegenstand öffentlicher und privater Diskussionen werden.

Der Fachverband Traumapädagogik e.V. will in diesen Auseinandersetzungen Position beziehen und dabei zuvorderst für das Sichtbarmachen und damit die Anerkennung unterschiedlicher Formen von Gewalterfahrungen eintreten. In diesem Sinne veröffentlichen wir hiermit das Positionspapier Traumapädagogische Perspektiven auf Gewalt und Gewaltschutz

→ zum Positionspapier „Traumapädagogische Perspektiven auf Gewalt und Gewaltschutz“

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und hoffen auf Ihr Interesse. Für Rückmeldungen sind wir selbstverständlich offen und freuen uns auf den Diskurs.
 
Es grüßen freundlich
Die Projektgruppe "Gewaltschutz" und der Vorstand des Fachverband Traumapädagogik e.V.

 

 

Studie über Einstellungen zu Körperstrafen und elterlichem Erziehungsverhalten

„Gewalt gegen Kinder, ganz gleich in welcher Form, hinterlässt bei Kindern Spuren und untergräbt ihre Würde. [...] Gerade psychische Gewalt bleibt häufig im Verborgenen. Wir müssen das gesellschaftliche Schweigen endlich brechen."

(C. Schneider, UNICEF).


Zusammen mit UNICEF und dem Deutschen Kinderschutzbund hat eine Forschungsgruppe um Jörg Fegert von der Uniklinik Ulm vor wenigen Tagen eine repräsentative "Studie zu Einstellungen zu Körperstrafen und elterlichem Erziehungsverhalten in Deutschland" vorgestellt.  Die Studie zeigt erneut, wie wichtig es ist, Gewalt gegen Kinder in den Fokus der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit zu rücken.  "Denn noch immer verharmlosen zu viele Menschen körperliche Übergriffe wie Ohrfeigen. Auch psychische Gewalt, die häufigste Form der Misshandlung, wird viel zu häufig tabuisiert. Unsere Gesellschaft muss akzeptieren, dass Gewalt viele Gesichter hat und Kindern immer schadet.“, (J. Fegert, Uniklinik Ulm).
Der Fachverband Traumapädagogik begrüßt die Studie sowie die damit einhergehende eindrückliche Kampagne von UNICEF und schließt sich der Forderung nach  einer breiten gesellschaftlichen und politischen Debatte sowie Sensibilisierung für das Phänomen Gewalt an.Aktuell erarbeitet eine Projektgruppe des Verbands eine Gewaltschutzagenda, um die Position des Fachverbands Traumapädagogik zum Thema Gewalt deutlich und sichtbar in den Diskurs einzubringen. Mit einer Veröffentlichung der Agenda kann Mitte 2021 gerechnet werden.
 
Links zur Studie:

 

 

Herausforderung Corona – Ideen sammeln und verfügbar machen

Herbst 2020

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
in diesen schwierigen Zeiten hilft es, gemeinsam zu denken und gemeinsam zu sein, auch wenn es mit Abstand – welchem auch immer – ist. Wir wollen wissen, wie es anderen Menschen geht, was für sie schwierig ist und wie so Manches gelingen kann. In Verbindung bleiben – mit sich und anderen – ist wichtiger denn je. Deshalb haben wir zu Videokonferenzen eingeladen, in denen Verbundenheit stattfand und Ideen gesammelt wurden. So haben wir für stationäre Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe einen Fragebogen in die Welt geschickt, durch den wir von

  • den Mädchen und Jungen
  • den Pädagoginnen und Pädagogen
  • und den Leitungen

erfahren möchten, wie es Ihnen geht, welche Schwierigkeiten sie sehen und was sich bewährt hat. Es ist hilfreich gute Erfahrungen allen zur Verfügung zu stellen und sich gemeinsam über Schwierigkeiten auszutauschen. Von den Mädchen und Jungen wollen wir wissen, was von den guten Erfahrungen sie bewahren möchten für die Zeit nach Corona.

Ergebnisse der Corona-Umfrage in stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe: Hier geht es zu den Antworten

 

Informationen zur Unterstützung stressbelasteter Schüler_innen sowie zur Förderung der Psychohygiene von Lehrer_innen in Zeiten von Corona

Sommer 2020

Als Fachverband für Traumapädagogik legen wir ein besonderes Augenmerk auf die Schüler_innen, die nun unter einer hohen Stressbelastung stehen. Die Nachrichten über die Zunahme von häuslicher Gewalt aufgrund der Ausgangsbeschränkungen versetzt uns in große Sorge um die Kinder, die bereits vor der Corona-Pandemie schon in prekären Verhältnissen gelebt haben – aber auch um die Kinder und Jugendlichen, bei denen es aufgrund der neuen familiären Stressbelastung erstmals zu akuten Krisensituationen gekommen ist.

Lehrer_innen müssen nun in ihrem Handeln gestärkt werden. Sie müssen gute Wege finden, wie sie selbst mit den neuen Herausforderungen umgehen können. Diese Information bietet Impulse und Methoden dafür.

 

Download: "Information für Lehrkräfte zum traumasensiblen Umgang mit Stressbelastungen bei Schüler_innen aufgrund der Corona-Pandemie"

 

Fachverband Traumpädagogik e. V. / Eva-Maria Hoffart, Gerald Möhrlein, Dr. Matthias Schirmer

Verteilen Sie/verteilt sie bitte möglichst großflächig in Ihren/Euren Netzwerken, damit die betroffenen Kinder und Jugendliche die Unterstützung bekommen, die sie brauchen.

 

Herzlichen Dank dafür.

Mit freundlichen Grüßen 
Thomas Wahle / Vorstand des Fachverbands Traumapädagogik e. V.

PUBLIKATIONEN

Literatur: Wilma Weiss: Philipp sucht sein ich 9. Auflage

NEU ERSCHIENEN:
Philip sucht sein Ich — zum pädagogischen Umgang mit Traumata in den Erziehungshilfen / 9. Auflage

Wilma Weiß

ISBN 978-3-7799-6252-6

9. Auflage 2021 | 348 Seiten

Nicole schnippelt, Jana kotet ein, Philipp missbraucht kleinere Jungen. In den Einrichtungen der Jugendhilfe und in Bildungseinrichtungen leben nicht wenige dieser Mädchen und Jungen. Sie brauchen Menschen an ihrer Seite, die solche Verhaltensweisen als mögliche Folgen traumatischer Lebenserfahrungen bewerten können und ihnen helfen, jene Erfahrungen und das daraus resultierende Verhalten zu verstehen und zu korrigieren. Ergänzend stellt die Autorin die Fachrichtung Traumapädagogik vor und diskutiert das schwierige Verhältnis von Pädagogik und Therapie aus der Sicht einer Pädagogin.

Die 9., komplett überarbeitete Auflage wird vor allem bereichert durch eine um die Bedeutung des gemeinsamen Verstehens und die Anerkennung des Schmerzes weiterentwickelte Pädagogik der Selbstbemächtigung — »Traumapädagogik reloaded«.

Näheres zu diesem Buch sowie weitere Publikationen und Empfehlungen des Fachverbands Traumapädagogik finden Sie hier.

 

 

Literatur:  Wilma Weiß / Tanja Kessler / Silke Birgitta Gahleitner: Handbuch Traumapädagogik

Handbuch Traumapädagogik

Herausgegeben von Wilma Weiß / Tanja Kessler / Silke Birgitta Gahleitner

ISBN 978-3-407-29471-5

1. Auflage 2016 | 478 Seiten

Das Handbuch bietet erstmals eine umfassende Darstellung der Traumapädagogik und stellt ihre Bezüge zur Pädagogik und Sozialen Arbeit dar. Auf dieser Basis führt es in die Genese, Charakteristik und praktische Umsetzung traumapädagogischer Überlegungen und Konzepte ein. Neben der Beschreibung der traumapädagogischen Handlungsfelder und Methoden erhalten Leser/innen zudem eine fundierte Einführung in praxisrelevante psychotraumatologische Inhalte.

Näheres zu diesem Buch sowie weitere Publikationen und Empfehlungen des Fachverbands Traumapädagogik finden Sie hier.

 

 

 

Eine Praxis- und Orientierungshilfe der BAG Traumapädagogik

Eine Praxis- und Orientierungshilfe der BAG Traumapädagogik
[heute Fachverband Traumapädagogik]

Birgit Lang / Claudia Schirmer / Thomas Lang / Ingeborg Andreae de Hair / Thomas Wahle / Jacob Bausum / Wilma Weiß / Marc Schmid (Hrsg.)

 

Näheres zu diesem Buch sowie weitere Publikationen und Empfehlungen des Fachverbands Traumapädagogik finden Sie hier.


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