Titelbild Fachverband Traumapädagogik

Nach der Jahrestagung ist vor der Jahrestagung

Jahrestagung-Traumapädagogik

 

Unsere digitale Jahrestagung "Haltung halten: traumapädagogische Wege in eine mitfühlende Gesellschaft" am 22. und 23. September 2022 war ein voller Erfolg. Wir danken den zahlreichen Teilnehmenden und Referent:innen für die zwei äußerst anregenden und freudvollen Tage. Im kommenden Jahr sehen wir uns unter der Überschrift "Horizonte traumapädagogischer Praxis" in Köln. Nähere Infos dazu gibt es bald hier und in unserem Newsletter.

Wir freuen uns auf Sie und euch!

 

 

Fachverband Traumapädagogik e. V.

 

Es ist und war in der Geschichte der Menschheit unumstritten, dass körperliche Verletzungen oft zu bleibenden Schäden führen. Die Frage nach den bleibenden Folgen seelischer Verletzungen, z.B. bedingt durch körperliche und sexuelle Gewalt, Vernachlässigung und Hunger u.a. stellen sich moderne Gesellschaften erst seit kurzer Zeit. Bald wurde jedoch deutlich, dass herkömmliche und bewährte Methoden sich häufig als zu wenig wirksam erwiesen – diese Erfahrungen setzten ein breites Forschungsinteresse im medizinisch-therapeutischen und später auch im pädagogischen Rahmen in Gang.
 
Kinder und Jugendliche, erst recht mit seelischen, geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen, wurden in dieser Diskussion zumeist übersehen: Zu sicher war sich auch die wissenschaftliche Gesellschaft, dass sich vergangene Ereignisse gleichsam "auswachsen". Gefühle, Erinnerungen – auch Schmerzen im gleichmachenden und schmerzabschaltenden Dunkel der Vergangenheit verschwinden: Übrig sollten helle Kindheitsbilder bleiben – zumindest in dieser Lesart. Eine Haltung, ein Vorgehen welches, wie wir heute wissen, schwere seelische Folgen für die Betroffenen hatte und bis heute hat. Kinder, Jugendliche und Erwachsene brauchen nach traumatisierenden Ereignissen und Lebenserfahrungen häufig Begleitung im Alltag: Ein Wissen und eine Haltung, die vielen PädagogInnen und TherapeutInnen derzeit häufig noch fehlt.

Der Fachverband Traumapädagogik hat sich zum Ziel gesetzt, dieses Wissen zu verbreitern und die Diskussionen und Fortbildungen in traumabezogener Pädagogik in die verschiedenen pädagogischen Arbeitsfelder zu tragen. Darüber hinaus ist sie Forum für entsprechende fachliche Diskussionen und Stichwortgeber zur Initiierung notwendiger Veränderungsprozesse, sowie Streiter in allen gesellschaftlichen Feldern, in denen die Belange betroffener, vor allem junger Menschen berührt sind.

Neuigkeiten

Rabatt für Mitglieder des FVTP für die Fachzeitschrift "Trauma & Gewalt"

Februar 2022

Die Fachzeitschrift "Trauma & Gewalt" ist die führende Zeitschrift für Psychotraumatologie im deutschsprachigen Raum und verbindet die klinische Sicht mit gesellschaftlichen und auch pädagogischen Perspektiven. Seit 2022 ist die "Trauma & Gewalt" das Organ des FVTP, damit sind wir in jeder Ausgabe mit aktuellen Nachrichten vertreten.

Unsere Mitglieder erhalten 20 % Rabatt auf die Fachzeitschrift in der gedruckten bzw. digitalen Version des nicht ermäßigten Abos (unterschiedliche Rabatte sind nicht kombinierbar).

→ Alle Informationen

 

Brief zur Unwetter-Katastrophe

Juli 2021

Liebe Mitglieder des Fachverband Traumapädagogik e.V.,
die Unwetter-Katastrophe und deren schwer fassbare Folgen für die Menschen in den betroffenen Gebieten erfüllen uns mit Schrecken und Sorge. Wir sind in Gedanken bei den Betroffenen, insbesondere bei unseren Freundinnen und Freunden sowie den jungen Menschen, den Kolleginnen und Kollegen in den Einrichtungen und Instituten des Fachverbands.

In den Gesprächen im Vorstand und mit einigen Mitgliedern des Fachverbands wird uns erneut vor Augen geführt, wie bedeutsam es ist, der Sprachlosigkeit angesichts einer solchen Katastrophe etwas entgegenzusetzen. Dies betrifft neben den Menschen, die unmittelbar betroffen sind, auch diejenigen, die in ihrem persönlichen Umfeld oder über die Medien Zeug*innen des Unheils geworden sind und dies jeden weiteren Tag werden. Wir wissen heute noch nicht, was diese Zeugenschaft für die jungen Menschen bedeutet.

Wir wünschen uns allen viel Kraft dafür, im Kontakt miteinander und mit den jungen Menschen die wichtigen Räume zu schaffen und gemeinsam Sprache für das Unaussprechliche zu finden. Wir freuen uns über Rückmeldungen und Anregungen.

Es grüßt euch von Herzen, der Vorstand des Fachverband Traumapädagogik e.V.

 

 

Positionspapier „Traumapädagogische Perspektiven auf Gewalt und Gewaltschutz“

April 2021

Gewalt und damit verbunden die Frage nach einem wirksamen Gewaltschutz müssen vor dem Hintergrund zahlreicher gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen verstärkt zum Gegenstand öffentlicher und privater Diskussionen werden.

Der Fachverband Traumapädagogik e.V. will in diesen Auseinandersetzungen Position beziehen und dabei zuvorderst für das Sichtbarmachen und damit die Anerkennung unterschiedlicher Formen von Gewalterfahrungen eintreten. In diesem Sinne veröffentlichen wir hiermit das Positionspapier Traumapädagogische Perspektiven auf Gewalt und Gewaltschutz

→ zum Positionspapier „Traumapädagogische Perspektiven auf Gewalt und Gewaltschutz“

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und hoffen auf Ihr Interesse. Für Rückmeldungen sind wir selbstverständlich offen und freuen uns auf den Diskurs.
 
Es grüßen freundlich
Die Projektgruppe "Gewaltschutz" und der Vorstand des Fachverband Traumapädagogik e.V.

 

 

Studie über Einstellungen zu Körperstrafen und elterlichem Erziehungsverhalten

„Gewalt gegen Kinder, ganz gleich in welcher Form, hinterlässt bei Kindern Spuren und untergräbt ihre Würde. [...] Gerade psychische Gewalt bleibt häufig im Verborgenen. Wir müssen das gesellschaftliche Schweigen endlich brechen."

(C. Schneider, UNICEF).


Zusammen mit UNICEF und dem Deutschen Kinderschutzbund hat eine Forschungsgruppe um Jörg Fegert von der Uniklinik Ulm vor wenigen Tagen eine repräsentative "Studie zu Einstellungen zu Körperstrafen und elterlichem Erziehungsverhalten in Deutschland" vorgestellt.  Die Studie zeigt erneut, wie wichtig es ist, Gewalt gegen Kinder in den Fokus der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit zu rücken.  "Denn noch immer verharmlosen zu viele Menschen körperliche Übergriffe wie Ohrfeigen. Auch psychische Gewalt, die häufigste Form der Misshandlung, wird viel zu häufig tabuisiert. Unsere Gesellschaft muss akzeptieren, dass Gewalt viele Gesichter hat und Kindern immer schadet.“, (J. Fegert, Uniklinik Ulm).
Der Fachverband Traumapädagogik begrüßt die Studie sowie die damit einhergehende eindrückliche Kampagne von UNICEF und schließt sich der Forderung nach  einer breiten gesellschaftlichen und politischen Debatte sowie Sensibilisierung für das Phänomen Gewalt an.Aktuell erarbeitet eine Projektgruppe des Verbands eine Gewaltschutzagenda, um die Position des Fachverbands Traumapädagogik zum Thema Gewalt deutlich und sichtbar in den Diskurs einzubringen. Mit einer Veröffentlichung der Agenda kann Mitte 2021 gerechnet werden.
 
Links zur Studie:

 

 

 

PUBLIKATIONEN

Literatur: Traumapaedagogisch diagnostisches Verstehen


Traumapädagogisch diagnostisches Verstehen

Ingeborg Andreae de Hair, Andrea Basedow, Hedi Gies, Katja Haller, Rita Köller, Birgit Naumann-Schneider, Anna Spelleken Scheffers, Richard Spätling, Jürgen Weihrauch

ISBN 978-3-7799-6686-9

1. Auflage 2022 | 258 Seiten

Standards und Werkbuch für Spurensuche und Fährtenlesen

Traumapädagogik ist ein zentraler Bestandteil in der Psychosozialen Versorgung von traumabelasteten Kindern und Jugendlichen. Erkenntnisse unterschiedlichster Professionen, etwa aus Psychotraumatologie, Neurobiologie und Bindungsforschung, halten längst Einzug in einen betreuenden und beratenden traumpädagogischen Arbeitsalltag. Wichtiger Teil einer gelingenden, psychosozialen Arbeit mit traumbetroffenen jungen Menschen ist das Verstehen. Im Werkbuch werden neben einer fachlichen Einführung detailliert zahlreiche Methoden vorgestellt, die anregen, den Verstehensprozess mit »Spaß und Freude« zu gestalten. Im Ergebnis liegt eine für Praktiker*innen fundierte Grundlagen sowie eine in der Fachpraxis erprobte Methodenauswahl vor, um innerhalb eines diagnostischen, traumasensiblen Handlungsrahmens eine partizipative Begleitungs- und Hilfeplanung erarbeiten zu können.

 

Literatur: Wilma Weiss: Philipp sucht sein ich 9. Auflage


Philipp sucht sein Ich — zum pädagogischen Umgang mit Traumata in den Erziehungshilfen / 9. Auflage

Wilma Weiß

ISBN 978-3-7799-6252-6

9. Auflage 2021 | 348 Seiten

Nicole schnippelt, Jana kotet ein, Philipp missbraucht kleinere Jungen. In den Einrichtungen der Jugendhilfe und in Bildungseinrichtungen leben nicht wenige dieser Mädchen und Jungen. Sie brauchen Menschen an ihrer Seite, die solche Verhaltensweisen als mögliche Folgen traumatischer Lebenserfahrungen bewerten können und ihnen helfen, jene Erfahrungen und das daraus resultierende Verhalten zu verstehen und zu korrigieren. Ergänzend stellt die Autorin die Fachrichtung Traumapädagogik vor und diskutiert das schwierige Verhältnis von Pädagogik und Therapie aus der Sicht einer Pädagogin.

Die 9., komplett überarbeitete Auflage wird vor allem bereichert durch eine um die Bedeutung des gemeinsamen Verstehens und die Anerkennung des Schmerzes weiterentwickelte Pädagogik der Selbstbemächtigung — »Traumapädagogik reloaded«.

Näheres zu diesem Buch sowie weitere Publikationen und Empfehlungen des Fachverbands Traumapädagogik finden Sie hier.

 

Literatur:  Wilma Weiß / Tanja Kessler / Silke Birgitta Gahleitner: Handbuch Traumapädagogik

Handbuch Traumapädagogik

Herausgegeben von Wilma Weiß / Tanja Kessler / Silke Birgitta Gahleitner

ISBN 978-3-407-29471-5

1. Auflage 2016 | 478 Seiten

Das Handbuch bietet erstmals eine umfassende Darstellung der Traumapädagogik und stellt ihre Bezüge zur Pädagogik und Sozialen Arbeit dar. Auf dieser Basis führt es in die Genese, Charakteristik und praktische Umsetzung traumapädagogischer Überlegungen und Konzepte ein. Neben der Beschreibung der traumapädagogischen Handlungsfelder und Methoden erhalten Leser/innen zudem eine fundierte Einführung in praxisrelevante psychotraumatologische Inhalte.

Näheres zu diesem Buch sowie weitere Publikationen und Empfehlungen des Fachverbands Traumapädagogik finden Sie hier.

 

 

 

Eine Praxis- und Orientierungshilfe der BAG Traumapädagogik

Eine Praxis- und Orientierungshilfe der BAG Traumapädagogik
[heute Fachverband Traumapädagogik]

Birgit Lang / Claudia Schirmer / Thomas Lang / Ingeborg Andreae de Hair / Thomas Wahle / Jacob Bausum / Wilma Weiß / Marc Schmid (Hrsg.)

 

Näheres zu diesem Buch sowie weitere Publikationen und Empfehlungen des Fachverbands Traumapädagogik finden Sie hier.


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