Titelbild Fachverband Traumapädagogik

Besuchen Sie unseren archivierten Online-Messestand des Deutschen Jugendhilfetages

Der Fachverband Traumapädagogik stellte sich auf der digitalen Fachmesse des diesjährigen DJHT vor. Bis zum 31.10.2021 können Sie sich auf unserem Stand umschauen und zahlreiche Informationen einholen – zu unseren aktuellen Projekten, Arbeitsgruppen, zu unserer Geschichte uvm.

Hier geht es zu unserem Messestand

Positionspapier „Traumapädagogische Perspektiven auf Gewalt und Gewaltschutz“

Gewalt und damit verbunden die Frage nach einem wirksamen Gewaltschutz müssen vor dem Hintergrund zahlreicher gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen verstärkt zum Gegenstand öffentlicher und privater Diskussionen werden.

Der Fachverband Traumapädagogik e.V. will in diesen Auseinandersetzungen Position beziehen und dabei zuvorderst für das Sichtbarmachen und damit die Anerkennung unterschiedlicher Formen von Gewalterfahrungen eintreten. In diesem Sinne veröffentlichen wir hiermit das Positionspapier Traumapädagogische Perspektiven auf Gewalt und Gewaltschutz

→ zum Positionspapier „Traumapädagogische Perspektiven auf Gewalt und Gewaltschutz“

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und hoffen auf Ihr Interesse. Für Rückmeldungen sind wir selbstverständlich offen und freuen uns auf den Diskurs.
 
Es grüßen freundlich
Die Projektgruppe "Gewaltschutz" und der Vorstand des Fachverband Traumapädagogik e.V.

 

Studie über Einstellungen zu Körperstrafen und elterlichem Erziehungsverhalten

„Gewalt gegen Kinder, ganz gleich in welcher Form, hinterlässt bei Kindern Spuren und untergräbt ihre Würde. [...] Gerade psychische Gewalt bleibt häufig im Verborgenen. Wir müssen das gesellschaftliche Schweigen endlich brechen."

(C. Schneider, UNICEF).


Zusammen mit UNICEF und dem Deutschen Kinderschutzbund hat eine Forschungsgruppe um Jörg Fegert von der Uniklinik Ulm vor wenigen Tagen eine repräsentative "Studie zu Einstellungen zu Körperstrafen und elterlichem Erziehungsverhalten in Deutschland" vorgestellt.  Die Studie zeigt erneut, wie wichtig es ist, Gewalt gegen Kinder in den Fokus der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit zu rücken.  "Denn noch immer verharmlosen zu viele Menschen körperliche Übergriffe wie Ohrfeigen. Auch psychische Gewalt, die häufigste Form der Misshandlung, wird viel zu häufig tabuisiert. Unsere Gesellschaft muss akzeptieren, dass Gewalt viele Gesichter hat und Kindern immer schadet.“, (J. Fegert, Uniklinik Ulm).
Der Fachverband Traumapädagogik begrüßt die Studie sowie die damit einhergehende eindrückliche Kampagne von UNICEF und schließt sich der Forderung nach  einer breiten gesellschaftlichen und politischen Debatte sowie Sensibilisierung für das Phänomen Gewalt an.Aktuell erarbeitet eine Projektgruppe des Verbands eine Gewaltschutzagenda, um die Position des Fachverbands Traumapädagogik zum Thema Gewalt deutlich und sichtbar in den Diskurs einzubringen. Mit einer Veröffentlichung der Agenda kann Mitte 2021 gerechnet werden.
 
Links zur Studie:

Fachverband Traumapädagogik - Netzwerk für psychosoziale Fachkräfte

 

Es ist und war in der Geschichte der Menschheit unumstritten, dass körperliche Verletzungen oft zu bleibenden Schäden führen. Die Frage nach den bleibenden Folgen seelischer Verletzungen, z.B. bedingt durch körperliche und sexuelle Gewalt, Vernachlässigung und Hunger u.a. stellen sich moderne Gesellschaften erst seit kurzer Zeit. Bald wurde jedoch deutlich, dass herkömmliche und bewährte Methoden sich häufig als zu wenig wirksam erwiesen – diese Erfahrungen setzten ein breites Forschungsinteresse im medizinisch-therapeutischen und später auch im pädagogischen Rahmen in Gang.
 
Kinder und Jugendliche, erst recht mit seelischen, geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen, wurden in dieser Diskussion zumeist übersehen: Zu sicher war sich auch die wissenschaftliche Gesellschaft, dass sich vergangene Ereignisse gleichsam "auswachsen". Gefühle, Erinnerungen – auch Schmerzen im gleichmachenden und schmerzabschaltenden Dunkel der Vergangenheit verschwinden: Übrig sollten helle Kindheitsbilder bleiben – zumindest in dieser Lesart. Eine Haltung, ein Vorgehen welches, wie wir heute wissen, schwere seelische Folgen für die Betroffenen hatte und bis heute hat. Kinder, Jugendliche und Erwachsene brauchen nach traumatisierenden Ereignissen und Lebenserfahrungen häufig Begleitung im Alltag: Ein Wissen und eine Haltung, die vielen PädagogInnen und TherapeutInnen derzeit häufig noch fehlt.

Der Fachverband Traumapädagogik hat sich zum Ziel gesetzt, dieses Wissen zu verbreitern und die Diskussionen und Fortbildungen in traumabezogener Pädagogik in die verschiedenen pädagogischen Arbeitsfelder zu tragen. Darüber hinaus ist sie Forum für entsprechende fachliche Diskussionen und Stichwortgeber zur Initiierung notwendiger Veränderungsprozesse, sowie Streiter in allen gesellschaftlichen Feldern, in denen die Belange betroffener, vor allem junger Menschen berührt sind.

NEWS

Herausforderung Corona – Ideen sammeln und verfügbar machen

Herbst 2020

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
in diesen schwierigen Zeiten hilft es, gemeinsam zu denken und gemeinsam zu sein, auch wenn es mit Abstand – welchem auch immer – ist. Wir wollen wissen, wie es anderen Menschen geht, was für sie schwierig ist und wie so Manches gelingen kann. In Verbindung bleiben – mit sich und anderen – ist wichtiger denn je. Deshalb haben wir zu Videokonferenzen eingeladen, in denen Verbundenheit stattfand und Ideen gesammelt wurden. So haben wir für stationäre Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe einen Fragebogen in die Welt geschickt, durch den wir von

  • den Mädchen und Jungen
  • den Pädagoginnen und Pädagogen
  • und den Leitungen

erfahren möchten, wie es Ihnen geht, welche Schwierigkeiten sie sehen und was sich bewährt hat. Es ist hilfreich gute Erfahrungen allen zur Verfügung zu stellen und sich gemeinsam über Schwierigkeiten auszutauschen. Von den Mädchen und Jungen wollen wir wissen, was von den guten Erfahrungen sie bewahren möchten für die Zeit nach Corona.

Ergebnisse der Corona-Umfrage in stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe: Hier geht es zu den Antworten

 

Informationen zur Unterstützung stressbelasteter Schüler_innen sowie zur Förderung der Psychohygiene von Lehrer_innen in Zeiten von Corona

Sommer 2020

Als Fachverband für Traumapädagogik legen wir ein besonderes Augenmerk auf die Schüler_innen, die nun unter einer hohen Stressbelastung stehen. Die Nachrichten über die Zunahme von häuslicher Gewalt aufgrund der Ausgangsbeschränkungen versetzt uns in große Sorge um die Kinder, die bereits vor der Corona-Pandemie schon in prekären Verhältnissen gelebt haben – aber auch um die Kinder und Jugendlichen, bei denen es aufgrund der neuen familiären Stressbelastung erstmals zu akuten Krisensituationen gekommen ist.

Lehrer_innen müssen nun in ihrem Handeln gestärkt werden. Sie müssen gute Wege finden, wie sie selbst mit den neuen Herausforderungen umgehen können. Diese Information bietet Impulse und Methoden dafür.
 
 

Fachverband Traumpädagogik e. V. / Eva-Maria Hoffart, Gerald Möhrlein, Dr. Matthias Schirmer

Verteilen Sie/verteilt sie bitte möglichst großflächig in Ihren/Euren Netzwerken, damit die betroffenen Kinder und Jugendliche die Unterstützung bekommen, die sie brauchen.
 
Herzlichen Dank dafür.

Mit freundlichen Grüßen 
Thomas Wahle / Vorstand des Fachverbands Traumapädagogik e. V.

 

Keine Ausgrenzung und Gewalt!

12. März 2020

Die Morde in Hanau, die Ereignisse an der griechisch-türkischen Grenze, … Ausgrenzung und Gewalt sind ein belastender Bestandteil unserer Zeit geworden. Moritz Krawinkel zeigt im aktuellen Newsletter von medico international einen sehr gelungenen Zusammenhang zwischen den aktuellen Ereignissen auf. Des Weiteren stellt er das derzeit in den Medien omnipräsente Mantra „2015 darf sich nicht wieder holen“ deutlich in Frage. Dem wollen wir uns vorbehaltlos anschließen und freuen uns wenn Sie ein Blick auf diesen Newsletter werfen.

→ Newsletter von medico international

 

Studie Erwartungen Betroffener sexuellen Kindesmissbrauchs an gesellschaftliche Aufarbeitung

Wir möchten Sie auf eine hervorragende Studie im Auftrag der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs) aufmerksam machen.

"Aufarbeitung muss – auch angesichts der vorliegenden Studie – in mindestens zwei Dimensionen differenziert werden: in die individuelle Bewältigung erlebter Gewalt und in die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Strukturen und Bedingungen, die sexuelle Gewalt möglich gemacht und ihre Beendigung erschwert bzw. verhindert haben. Beide Dimensionen stehen in Zusammenhang miteinander: Ob die individuelle Bewältigung gelingt, hängt auch davon ab, wie eine Gesellschaft und ihre Institutionen bereit sind, sexuelle Gewalt und ihre Folgen ernst zu nehmen und Unterstützung bereitzustellen und zugänglich zu machen. Andererseits kann die individuelle Bewältigung für Betroffene ein Weg sein, sich an gesellschaftlichen Aufarbeitungsprozessen zu beteiligen und diese mit ihrem Erfahrungshintergrund zu bereichern und voranzutreiben, wie in den letzten beiden Jahren vor allem am Beispiel der Betroffenen beobachtet werden konnte, die Übergriffe in Kirchen und pädagogischen Institutionen erlebt und sich organisiert haben. Der Stand gesellschaftlicher Aufarbeitung wiederum bestimmt das Maß, in dem die politisch Engagierten unter den Betroffenen in diese Prozesse einbezogen werden und ob ihre Teilnahme gefördert oder behindert wird. Die Kommission sieht ihre Aufgabe in der Förderung dieser Beteiligung. Aufarbeitung kann und darf nicht ohne die Betroffenen geschehen.

Fazit Kommission
 

→ Studie als PDF

 

Gegen eine Instrumentalisierung durch Rechtspopulist*innen

Positionspapier von Fachberatungsstellen zu sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt

Seit Jahrzehnten arbeiten spezialisierte Fachberatungsstellen für die Ächtung und Überwindung sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt und setzen sich für die Belange von Betroffenen ein. Sexualisierte Gewalt ist ein Ausdruck von Macht und Herrschaft, bei denen sexuelle Handlungen als Mittel zur Gewaltausübung missbraucht werden. Sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt sind gesamtgesellschaftliche Probleme, die gesamtgesellschaftliche Lösungsstrategien erfordern.

 

Dieses Positionspapier, der BAG FORSA – Bundesarbeitsgemeinschaft feministischer Organisationen gegen Sexuelle Gewalt an Mädchen und Frauen e.V., bff: Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe – Frauen gegen Gewalt e.V., BKSF – Bundeskoordinierung Spezialisierter Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend und DGfPI – Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung, -vernachlässigung und sexualisierter Gewalt e.V. wird vom Vorstand des Fachverbands Traumapädagogik geteilt und ist hier in voller Gänze zu lesen.

 

PUBLIKATIONEN

Literatur: Wilma Weiss: Philipp sucht sein ich 9. Auflage

NEU ERSCHIENEN:
Philip sucht sein Ich — zum pädagogischen Umgang mit Traumata in den Erziehungshilfen / 9. Auflage

Wilma Weiß

ISBN 978-3-7799-6252-6

9. Auflage 2021 | 348 Seiten

Nicole schnippelt, Jana kotet ein, Philipp missbraucht kleinere Jungen. In den Einrichtungen der Jugendhilfe und in Bildungseinrichtungen leben nicht wenige dieser Mädchen und Jungen. Sie brauchen Menschen an ihrer Seite, die solche Verhaltensweisen als mögliche Folgen traumatischer Lebenserfahrungen bewerten können und ihnen helfen, jene Erfahrungen und das daraus resultierende Verhalten zu verstehen und zu korrigieren. Ergänzend stellt die Autorin die Fachrichtung Traumapädagogik vor und diskutiert das schwierige Verhältnis von Pädagogik und Therapie aus der Sicht einer Pädagogin.

Die 9., komplett überarbeitete Auflage wird vor allem bereichert durch eine um die Bedeutung des gemeinsamen Verstehens und die Anerkennung des Schmerzes weiterentwickelte Pädagogik der Selbstbemächtigung — »Traumapädagogik reloaded«.

Näheres zu diesem Buch sowie weitere Publikationen und Empfehlungen des Fachverbands Traumapädagogik finden Sie <<hier...>>

 

 

Literatur:  Wilma Weiß / Tanja Kessler / Silke Birgitta Gahleitner: Handbuch Traumapädagogik

Handbuch Traumapädagogik

Herausgegeben von Wilma Weiß / Tanja Kessler / Silke Birgitta Gahleitner

ISBN 978-3-407-29471-5

1. Auflage 2016 | 478 Seiten

Das Handbuch bietet erstmals eine umfassende Darstellung der Traumapädagogik und stellt ihre Bezüge zur Pädagogik und Sozialen Arbeit dar. Auf dieser Basis führt es in die Genese, Charakteristik und praktische Umsetzung traumapädagogischer Überlegungen und Konzepte ein. Neben der Beschreibung der traumapädagogischen Handlungsfelder und Methoden erhalten Leser/innen zudem eine fundierte Einführung in praxisrelevante psychotraumatologische Inhalte.

Näheres zu diesem Buch sowie weitere Publikationen und Empfehlungen des Fachverbands Traumapädagogik finden Sie <<hier...>>

 

 

 

Eine Praxis- und Orientierungshilfe der BAG Traumapädagogik

Eine Praxis- und Orientierungshilfe der BAG Traumapädagogik
[heute Fachverband Traumapädagogik]

Birgit Lang / Claudia Schirmer / Thomas Lang / Ingeborg Andreae de Hair / Thomas Wahle / Jacob Bausum / Wilma Weiß / Marc Schmid (Hrsg.)

 

Näheres zu diesem Buch sowie weitere Publikationen und Empfehlungen des Fachverbands Traumapädagogik finden Sie <<hier...>>


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