Titelbild Fachverband Traumapädagogik

Aufgrund von COVID-19 haben wir unseren Fachtag 2020 abgesagt. Weitere Informationen folgen in Kürze.

Fachtag 2020 - Wege zu einer traumapädagogischen Haltung in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche

 

Fachtag 2020 — 7.-9. Mai, Wissensturm Linz

 

Wege zu einer traumapädagogischen Haltung
in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche

 

Auf Initiative des Fachverbandes Traumapädagogik veranstalten die Fachhochschule Oberösterreich Campus Linz und der Fachverband mit Unterstützung der Abteilung für Kinder- und Jugendhilfe des Landes Oberösterreich und in Kooperation mit dem Wissensturm eine zweitägige traumapädagogische Fachtagung in Linz.

Dabei thematisieren bekannte „Fach-Menschen“ die Frage, wie es gelingen kann, eine von Respekt und humanistischer Wertschätzung getragene traumapädagogische Haltung in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche zu entwickeln, mit Leben zu erfüllen, zu etablieren und sozialpolitisch zu verankern.

Fragen die zu dieser Fachtagung motiviert haben, sind unter anderem:

  • Wie kann Achtsamkeit, Offenheit und Verantwortungsbereitschaft durch und in einer traumasensiblen multiprofessionellen Arbeit befördert werden?
  • Wie können traumapädagogisch arbeitende Institutionen in einem teils reaktionären gesellschaftlichen Spannungsfeld hilfreich agieren und Haltungen etablieren helfen, die ausgrenzenden Werteschematas traumasensible Antworten und traumasensibles Agieren entgegenbringen können?

Karl Arthofer, Jacob Bausum, Silke Gahleitner, Michaela Mayer, Petra Siegrist, Wilma Weiß und weitere Referent_innen und Referenten aus dem multiprofessionellen psychosozialen Handlungsfeld werden gemeinsam mit den Tagungsteilnehmer_innen an den damit verbundenen Fragen und Antworten arbeiten.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Über Ihr Kommen freuen sich

Thomas Wahle
Fachverband Traumapädagogik
Marianne Forstner
FH OÖ Campus Linz

 

Weiterführende Links:

Alle Infos zur Veranstaltung auf der Homepage der FH Oberösterreich

Programmübersicht

Anmeldung & Teilnahmegebühr

Fachverband Traumapädagogik - Netzwerk für psychosoziale Fachkräfte

 

Es ist und war in der Geschichte der Menschheit unumstritten, dass körperliche Verletzungen oft zu bleibenden Schäden führen. Die Frage nach den bleibenden Folgen seelischer Verletzungen, z.B. bedingt durch körperliche und sexuelle Gewalt, Vernachlässigung und Hunger u.a. stellen sich moderne Gesellschaften erst seit kurzer Zeit. Bald wurde jedoch deutlich, dass herkömmliche und bewährte Methoden sich häufig als zu wenig wirksam erwiesen – diese Erfahrungen setzten ein breites Forschungsinteresse im medizinisch-therapeutischen und später auch im pädagogischen Rahmen in Gang.
 
Kinder und Jugendliche, erst recht mit seelischen, geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen, wurden in dieser Diskussion zumeist übersehen: Zu sicher war sich auch die wissenschaftliche Gesellschaft, dass sich vergangene Ereignisse gleichsam "auswachsen". Gefühle, Erinnerungen – auch Schmerzen im gleichmachenden und schmerzabschaltenden Dunkel der Vergangenheit verschwinden: Übrig sollten helle Kindheitsbilder bleiben – zumindest in dieser Lesart. Eine Haltung, ein Vorgehen welches, wie wir heute wissen, schwere seelische Folgen für die Betroffenen hatte und bis heute hat. Kinder, Jugendliche und Erwachsene brauchen nach traumatisierenden Ereignissen und Lebenserfahrungen häufig Begleitung im Alltag: Ein Wissen und eine Haltung, die vielen PädagogInnen und TherapeutInnen derzeit häufig noch fehlt.

Der Fachverband Traumapädagogik hat sich zum Ziel gesetzt, dieses Wissen zu verbreitern und die Diskussionen und Fortbildungen in traumabezogener Pädagogik in die verschiedenen pädagogischen Arbeitsfelder zu tragen. Darüber hinaus ist sie Forum für entsprechende fachliche Diskussionen und Stichwortgeber zur Initiierung notwendiger Veränderungsprozesse, sowie Streiter in allen gesellschaftlichen Feldern, in denen die Belange betroffener, vor allem junger Menschen berührt sind.

NEWS

Keine Ausgrenzung und Gewalt!

12. März 2020

Die Morde in Hanau, die Ereignisse an der griechisch-türkischen Grenze, … Ausgrenzung und Gewalt sind ein belastender Bestandteil unserer Zeit geworden. Moritz Krawinkel zeigt im aktuellen Newsletter von medico international einen sehr gelungenen Zusammenhang zwischen den aktuellen Ereignissen auf. Des Weiteren stellt er das derzeit in den Medien omnipräsente Mantra „2015 darf sich nicht wieder holen“ deutlich in Frage. Dem wollen wir uns vorbehaltlos anschließen und freuen uns wenn Sie ein Blick auf diesen Newsletter werfen.

→ Newsletter von medico international

 

 

Studie Erwartungen Betroffener sexuellen Kindesmissbrauchs an gesellschaftliche Aufarbeitung

Wir möchten Sie auf eine hervorragende Studie im Auftrag der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs) aufmerksam machen.

"Aufarbeitung muss – auch angesichts der vorliegenden Studie – in mindestens zwei Dimensionen differenziert werden: in die individuelle Bewältigung erlebter Gewalt und in die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Strukturen und Bedingungen, die sexuelle Gewalt möglich gemacht und ihre Beendigung erschwert bzw. verhindert haben. Beide Dimensionen stehen in Zusammenhang miteinander: Ob die individuelle Bewältigung gelingt, hängt auch davon ab, wie eine Gesellschaft und ihre Institutionen bereit sind, sexuelle Gewalt und ihre Folgen ernst zu nehmen und Unterstützung bereitzustellen und zugänglich zu machen. Andererseits kann die individuelle Bewältigung für Betroffene ein Weg sein, sich an gesellschaftlichen Aufarbeitungsprozessen zu beteiligen und diese mit ihrem Erfahrungshintergrund zu bereichern und voranzutreiben, wie in den letzten beiden Jahren vor allem am Beispiel der Betroffenen beobachtet werden konnte, die Übergriffe in Kirchen und pädagogischen Institutionen erlebt und sich organisiert haben. Der Stand gesellschaftlicher Aufarbeitung wiederum bestimmt das Maß, in dem die politisch Engagierten unter den Betroffenen in diese Prozesse einbezogen werden und ob ihre Teilnahme gefördert oder behindert wird. Die Kommission sieht ihre Aufgabe in der Förderung dieser Beteiligung. Aufarbeitung kann und darf nicht ohne die Betroffenen geschehen.

Fazit Kommission
 
 

→ Studie als PDF

 

Gegen eine Instrumentalisierung durch Rechtspopulist*innen

Positionspapier von Fachberatungsstellen zu sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt

Seit Jahrzehnten arbeiten spezialisierte Fachberatungsstellen für die Ächtung und Überwindung sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt und setzen sich für die Belange von Betroffenen ein. Sexualisierte Gewalt ist ein Ausdruck von Macht und Herrschaft, bei denen sexuelle Handlungen als Mittel zur Gewaltausübung missbraucht werden. Sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt sind gesamtgesellschaftliche Probleme, die gesamtgesellschaftliche Lösungsstrategien erfordern.

 

Dieses Positionspapier, der BAG FORSA – Bundesarbeitsgemeinschaft feministischer Organisationen gegen Sexuelle Gewalt an Mädchen und Frauen e.V., bff: Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe – Frauen gegen Gewalt e.V., BKSF – Bundeskoordinierung Spezialisierter Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend und DGfPI – Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung, -vernachlässigung und sexualisierter Gewalt e.V. wird vom Vorstand des Fachverbands Traumapädagogik geteilt und ist hier in voller Gänze zu lesen.

 

PUBLIKATIONEN

Literatur: Wilma Weiss: Philipp sucht sein ich

Eine Praxis- und Orientierungshilfe der BAG Traumapädagogik

Birgit Lang / Claudia Schirmer / Thomas Lang / Ingeborg Andreae de Hair / Thomas Wahle / Jacob Bausum / Wilma Weiß / Marc Schmid (Hrsg.)

 

 

Näheres zu diesem Buch sowie weitere Publikationen und Empfehlungen der Bundesarbeitgemeinschaft Traumapädagogik finden Sie <<hier...>>


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