Titelbild Fachverband Traumapädagogik

Herausforderung Corona

Informationen zur Unterstützung stressbelasteter Schüler_innen sowie zur Förderung der Psychohygiene von Lehrer_innen in Zeiten von Corona

 

Als Fachverband für Traumapädagogik legen wir ein besonderes Augenmerk auf die Schüler_innen, die nun unter einer hohen Stressbelastung stehen.

Die Nachrichten über die Zunahme von häuslicher Gewalt aufgrund der Ausgangsbeschränkungen versetzt uns in große Sorge um die Kinder, die bereits vor der Corona-Pandemie schon in prekären Verhältnissen gelebt haben – aber auch um die Kinder und Jugendlichen, bei denen es aufgrund der neuen familiären Stressbelastung erstmals zu akuten Krisensituationen gekommen ist.

Lehrer_innen müssen nun in ihrem Handeln gestärkt werden. Sie müssen gute Wege finden, wie sie selbst mit den neuen Herausforderungen umgehen können. Diese Information bietet Impulse und Methoden dafür.
 
Download:
 
 


Fachverband Traumpädagogik e. V. / Eva-Maria Hoffart, Gerald Möhrlein, Dr. Matthias Schirmer

 
 
Verteilen Sie/verteilt sie bitte möglichst großflächig in Ihren/Euren Netzwerken, damit die betroffenen Kinder und Jugendliche die Unterstützung bekommen, die sie brauchen.
 
Herzlichen Dank dafür.

Mit freundlichen Grüßen 
Thomas Wahle / Vorstand des Fachverbands Traumapädagogik e. V.
 

Fachliches Forum: verbinden & austauschen

Ideen sammeln und verfügbar machen

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

in diesen schwierigen Zeiten hilft es, gemeinsam zu denken und gemeinsam zu sein, auch wenn es mit Abstand – welchem auch immer – ist. Wir wollen wissen, wie es anderen Menschen geht, was für sie schwierig ist und wie so Manches gelingen kann. In Verbindung bleiben – mit sich und anderen – ist wichtiger denn je. Deshalb haben wir zu Videokonferenzen eingeladen, in denen Verbundenheit stattfand und Ideen gesammelt wurden. So haben wir für stationäre Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe einen Fragebogen in die Welt geschickt, durch den wir von

  • den Mädchen und Jungen
  • den Pädagoginnen und Pädagogen
  • und den Leitungen

erfahren möchten, wie es Ihnen geht, welche Schwierigkeiten sie sehen und was sich bewährt hat. Es ist hilfreich gute Erfahrungen allen zur Verfügung zu stellen und sich gemeinsam über Schwierigkeiten auszutauschen. Von den Mädchen und Jungen wollen wir wissen, was von den guten Erfahrungen sie bewahren möchten für die Zeit nach Corona.

Die Ergebnisse könnt Ihr/können Sie ab Ende Mai auf der Webseite des Fachverbandes lesen.

Ein erstes Ergebnis unseres Austausches, sind zunächst die Tipps für Lehrerinnen und Lehrer.

 

Einladung zu regelmäßigen Videokonferenzen

Über die konkreten Erfahrungen hinaus, diskutieren wir fachliche Fragen um die Traumapädagogik, gerade in dieser Zeit, weiterzuentwickeln.

Dieses fachliche Forum, in Form einer Videokonferenz, werden wir alle 14 Tage immer an einem Mittwoch von 16:00 Uhr bis 17:30 Uhr durchführen.

Nächster Termin & Inhalt:

Das nächste Forum wird sich am 10.06.2020 mit den Inhalten und der Begrifflichkeit häuslicher und familiärer Gewalt beschäftigen.

Anmeldung:

Die Teilnahme ist einfach, bitte eine Mail an vorstand@fachverband-traumapaedagogik.org, dann bekommt Ihr/Sie eine Einladung mit einem Link, der Euch/Sie in die Videokonferenz führt.

Inhaltliche Vorschläge?

Vielleicht gibt es aber auch noch andere Diskussionen, die genau so wichtig sind und die wir gerne aufnehmen, bitte Bescheid sagen.

Sicherlich werden wir in nächster Zukunft zu einem Diskussionsforum einladen, das die Frage unseres Fachtages, wie ist die traumapädagogische Haltung in schwierigen Zeiten zu halten?, aktualisierend aufgreift. Viele stehen jetzt vor mannigfaltigen alltäglichen Aufgaben und Fragen der gesellschaftlichen Veränderung, was passiert mit der Demokratie? Was geschieht in unseren Beziehungen? Und viele andere Fragen mehr, brauchen doch auch ihren Platz.

Fachverband Traumapädagogik - Netzwerk für psychosoziale Fachkräfte

 

Es ist und war in der Geschichte der Menschheit unumstritten, dass körperliche Verletzungen oft zu bleibenden Schäden führen. Die Frage nach den bleibenden Folgen seelischer Verletzungen, z.B. bedingt durch körperliche und sexuelle Gewalt, Vernachlässigung und Hunger u.a. stellen sich moderne Gesellschaften erst seit kurzer Zeit. Bald wurde jedoch deutlich, dass herkömmliche und bewährte Methoden sich häufig als zu wenig wirksam erwiesen – diese Erfahrungen setzten ein breites Forschungsinteresse im medizinisch-therapeutischen und später auch im pädagogischen Rahmen in Gang.
 
Kinder und Jugendliche, erst recht mit seelischen, geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen, wurden in dieser Diskussion zumeist übersehen: Zu sicher war sich auch die wissenschaftliche Gesellschaft, dass sich vergangene Ereignisse gleichsam "auswachsen". Gefühle, Erinnerungen – auch Schmerzen im gleichmachenden und schmerzabschaltenden Dunkel der Vergangenheit verschwinden: Übrig sollten helle Kindheitsbilder bleiben – zumindest in dieser Lesart. Eine Haltung, ein Vorgehen welches, wie wir heute wissen, schwere seelische Folgen für die Betroffenen hatte und bis heute hat. Kinder, Jugendliche und Erwachsene brauchen nach traumatisierenden Ereignissen und Lebenserfahrungen häufig Begleitung im Alltag: Ein Wissen und eine Haltung, die vielen PädagogInnen und TherapeutInnen derzeit häufig noch fehlt.

Der Fachverband Traumapädagogik hat sich zum Ziel gesetzt, dieses Wissen zu verbreitern und die Diskussionen und Fortbildungen in traumabezogener Pädagogik in die verschiedenen pädagogischen Arbeitsfelder zu tragen. Darüber hinaus ist sie Forum für entsprechende fachliche Diskussionen und Stichwortgeber zur Initiierung notwendiger Veränderungsprozesse, sowie Streiter in allen gesellschaftlichen Feldern, in denen die Belange betroffener, vor allem junger Menschen berührt sind.

NEWS

Keine Ausgrenzung und Gewalt!

12. März 2020

Die Morde in Hanau, die Ereignisse an der griechisch-türkischen Grenze, … Ausgrenzung und Gewalt sind ein belastender Bestandteil unserer Zeit geworden. Moritz Krawinkel zeigt im aktuellen Newsletter von medico international einen sehr gelungenen Zusammenhang zwischen den aktuellen Ereignissen auf. Des Weiteren stellt er das derzeit in den Medien omnipräsente Mantra „2015 darf sich nicht wieder holen“ deutlich in Frage. Dem wollen wir uns vorbehaltlos anschließen und freuen uns wenn Sie ein Blick auf diesen Newsletter werfen.

→ Newsletter von medico international

 

 

Studie Erwartungen Betroffener sexuellen Kindesmissbrauchs an gesellschaftliche Aufarbeitung

Wir möchten Sie auf eine hervorragende Studie im Auftrag der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs) aufmerksam machen.

"Aufarbeitung muss – auch angesichts der vorliegenden Studie – in mindestens zwei Dimensionen differenziert werden: in die individuelle Bewältigung erlebter Gewalt und in die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Strukturen und Bedingungen, die sexuelle Gewalt möglich gemacht und ihre Beendigung erschwert bzw. verhindert haben. Beide Dimensionen stehen in Zusammenhang miteinander: Ob die individuelle Bewältigung gelingt, hängt auch davon ab, wie eine Gesellschaft und ihre Institutionen bereit sind, sexuelle Gewalt und ihre Folgen ernst zu nehmen und Unterstützung bereitzustellen und zugänglich zu machen. Andererseits kann die individuelle Bewältigung für Betroffene ein Weg sein, sich an gesellschaftlichen Aufarbeitungsprozessen zu beteiligen und diese mit ihrem Erfahrungshintergrund zu bereichern und voranzutreiben, wie in den letzten beiden Jahren vor allem am Beispiel der Betroffenen beobachtet werden konnte, die Übergriffe in Kirchen und pädagogischen Institutionen erlebt und sich organisiert haben. Der Stand gesellschaftlicher Aufarbeitung wiederum bestimmt das Maß, in dem die politisch Engagierten unter den Betroffenen in diese Prozesse einbezogen werden und ob ihre Teilnahme gefördert oder behindert wird. Die Kommission sieht ihre Aufgabe in der Förderung dieser Beteiligung. Aufarbeitung kann und darf nicht ohne die Betroffenen geschehen.

Fazit Kommission
 
 

→ Studie als PDF

 

Gegen eine Instrumentalisierung durch Rechtspopulist*innen

Positionspapier von Fachberatungsstellen zu sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt

Seit Jahrzehnten arbeiten spezialisierte Fachberatungsstellen für die Ächtung und Überwindung sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt und setzen sich für die Belange von Betroffenen ein. Sexualisierte Gewalt ist ein Ausdruck von Macht und Herrschaft, bei denen sexuelle Handlungen als Mittel zur Gewaltausübung missbraucht werden. Sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt sind gesamtgesellschaftliche Probleme, die gesamtgesellschaftliche Lösungsstrategien erfordern.

 

Dieses Positionspapier, der BAG FORSA – Bundesarbeitsgemeinschaft feministischer Organisationen gegen Sexuelle Gewalt an Mädchen und Frauen e.V., bff: Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe – Frauen gegen Gewalt e.V., BKSF – Bundeskoordinierung Spezialisierter Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend und DGfPI – Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung, -vernachlässigung und sexualisierter Gewalt e.V. wird vom Vorstand des Fachverbands Traumapädagogik geteilt und ist hier in voller Gänze zu lesen.

 

PUBLIKATIONEN

Literatur: Wilma Weiss: Philipp sucht sein ich

Eine Praxis- und Orientierungshilfe der BAG Traumapädagogik

Birgit Lang / Claudia Schirmer / Thomas Lang / Ingeborg Andreae de Hair / Thomas Wahle / Jacob Bausum / Wilma Weiß / Marc Schmid (Hrsg.)

 

 

Näheres zu diesem Buch sowie weitere Publikationen und Empfehlungen der Bundesarbeitgemeinschaft Traumapädagogik finden Sie <<hier...>>


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