Titelbild Traumapädagogik e.V.

Positionspapier „Traumapädagogische Perspektiven auf Gewalt und Gewaltschutz“

Gewalt und damit verbunden die Frage nach einem wirksamen Gewaltschutz müssen vor dem Hintergrund zahlreicher gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen verstärkt zum Gegenstand öffentlicher und privater Diskussionen werden.

Der Fachverband Traumapädagogik e.V. will in diesen Auseinandersetzungen Position beziehen und dabei zuvorderst für das Sichtbarmachen und damit die Anerkennung unterschiedlicher Formen von Gewalterfahrungen eintreten. In diesem Sinne veröffentlichen wir hiermit das Positionspapier Traumapädagogische Perspektiven auf Gewalt und Gewaltschutz

→ zum Positionspapier „Traumapädagogische Perspektiven auf Gewalt und Gewaltschutz“

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und hoffen auf Ihr Interesse. Für Rückmeldungen sind wir selbstverständlich offen und freuen uns auf den Diskurs.
 
Es grüßen freundlich
Die Projektgruppe "Gewaltschutz" und der Vorstand des Fachverband Traumapädagogik e.V.

 

 

Studie über Einstellungen zu Körperstrafen und elterlichem Erziehungsverhalten

„Gewalt gegen Kinder, ganz gleich in welcher Form, hinterlässt bei Kindern Spuren und untergräbt ihre Würde. [...] Gerade psychische Gewalt bleibt häufig im Verborgenen. Wir müssen das gesellschaftliche Schweigen endlich brechen."

(C. Schneider, UNICEF).


Zusammen mit UNICEF und dem Deutschen Kinderschutzbund hat eine Forschungsgruppe um Jörg Fegert von der Uniklinik Ulm vor wenigen Tagen eine repräsentative "Studie zu Einstellungen zu Körperstrafen und elterlichem Erziehungsverhalten in Deutschland" vorgestellt.  Die Studie zeigt erneut, wie wichtig es ist, Gewalt gegen Kinder in den Fokus der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit zu rücken.  "Denn noch immer verharmlosen zu viele Menschen körperliche Übergriffe wie Ohrfeigen. Auch psychische Gewalt, die häufigste Form der Misshandlung, wird viel zu häufig tabuisiert. Unsere Gesellschaft muss akzeptieren, dass Gewalt viele Gesichter hat und Kindern immer schadet.“, (J. Fegert, Uniklinik Ulm).
Der Fachverband Traumapädagogik begrüßt die Studie sowie die damit einhergehende eindrückliche Kampagne von UNICEF und schließt sich der Forderung nach  einer breiten gesellschaftlichen und politischen Debatte sowie Sensibilisierung für das Phänomen Gewalt an.Aktuell erarbeitet eine Projektgruppe des Verbands eine Gewaltschutzagenda, um die Position des Fachverbands Traumapädagogik zum Thema Gewalt deutlich und sichtbar in den Diskurs einzubringen. Mit einer Veröffentlichung der Agenda kann Mitte 2021 gerechnet werden.
 
Links zur Studie:

Schule in Zeiten von Corona

Informationen zur Unterstützung stressbelasteter Schüler_innen sowie zur Förderung der Psychohygiene von Lehrer_innen in Zeiten von Corona

 

Als Fachverband für Traumapädagogik legen wir ein besonderes Augenmerk auf die Schüler_innen, die nun unter einer hohen Stressbelastung stehen.

Die Nachrichten über die Zunahme von häuslicher Gewalt aufgrund der Ausgangsbeschränkungen versetzt uns in große Sorge um die Kinder, die bereits vor der Corona-Pandemie schon in prekären Verhältnissen gelebt haben – aber auch um die Kinder und Jugendlichen, bei denen es aufgrund der neuen familiären Stressbelastung erstmals zu akuten Krisensituationen gekommen ist.

Lehrer_innen müssen nun in ihrem Handeln gestärkt werden. Sie müssen gute Wege finden, wie sie selbst mit den neuen Herausforderungen umgehen können. Diese Information bietet Impulse und Methoden dafür.
 
Download:
 
 


Fachverband Traumpädagogik e. V. / Eva-Maria Hoffart, Gerald Möhrlein, Dr. Matthias Schirmer

 
 
Verteilen Sie/verteilt sie bitte möglichst großflächig in Ihren/Euren Netzwerken, damit die betroffenen Kinder und Jugendliche die Unterstützung bekommen, die sie brauchen.
 
Herzlichen Dank dafür.

Mit freundlichen Grüßen 
Thomas Wahle / Vorstand des Fachverbands Traumapädagogik e. V.
 

Herausforderung Corona — Ideen sammeln und verfügbar machen

Ergebnisse der Corona-Umfrage in stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe

 

„Dass Die Welt wegen eines Virus für kurze Zeit relativ stillgelegt war und teilweise ist, das war schon ein heftiges Erlebnis.“

so die Aussage einer Expertin aus der Befragung der Kinder und Jugendlichen. Und es geht wohl so weiter. Die Corona Pandemie ist das bestimmende Thema der letzten Monate, es gibt keinen Lebensbereich der nicht durch Einschränkungen, Verunsicherungen und Vorsicht beeinträchtig wird. Es gibt wohl niemanden, der nicht ganz persönliche Erfahrungen in der Neugestaltung sozialer Kontakte gemacht hat, der in Sorge um sich und um andere war und sich mit vielen Fragen die nahe und ferne Perspektive betreffend, auseinandersetzen musste.

Doch der Umgang mit Beeinträchtigungen und Verunsicherung birgt immer auch Raum für kreative Gedanken, Prozesse und Lösungen. Wir sind geradezu aufgefordert, sie zu suchen.  

Als Fachverband Traumapädagogik wollen wir zum einen wissen wie es den Menschen in der Jugendhilfe mit dieser Situation geht, welche Sorgen sie haben, welche Beeinträchtigungen und Belastungen sie erleben und welche kreativen Ideen und Lösungen entwickelt werden, ob Neues entstanden ist.

Orientiert an den Ebenen des Sicheren Ortes (Kinder/Jugendlichen – Mitarbeiter*innen – Leitung) haben wir Menschen in der Jugendhilfe befragt. Mit der Veröffentlichung ihrer Antworten wollen wir eine Plattform schaffen auf der die Befragten die Möglichkeiten haben ihre Situation und ihre Ideen darzustellen und auch die Weiterführung der entstanden Diskussion anzuregen. Beispielsweise zu den Fragen: „Wie können wir in unerwartet schwierigen Zeiten gut miteinander Sorge tragen“ und „Ist etwas entstanden das wir uns auch über die Zeit der Pandemie hinaus bewahren wollen.“

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Menschen die sich an dieser Umfrage beteiligt haben und freuen uns, wenn wir auch weiterhin Rückmeldungen und Anregungen zu diesem Thema von Ihnen, von Euch allen über vorstand@fachverband-traumapaedagogik.org bekommen. Die Fragebögen sind weiter unten zum Lesen und Download zu finden.

 

Und ein Experte hofft, dass die Pandemie nicht eine zu große Auswirkung in der Zukunft mit sich bringen wird. Sie wollen ihren Beitrag leisten: „Wichtig ist aber, dass eine neue Infektionswelle verhindert wird. Dafür sollte jede/jeder bereit sein, ihren/seinen Anteil dazu zu leisten.“

In diesem Sinne wünschen wir allen alles Gute.

 

Keine Ausgrenzung und Gewalt!

12. März 2020

Die Morde in Hanau, die Ereignisse an der griechisch-türkischen Grenze, … Ausgrenzung und Gewalt sind ein belastender Bestandteil unserer Zeit geworden. Moritz Krawinkel zeigt im aktuellen Newsletter von medico international einen sehr gelungenen Zusammenhang zwischen den aktuellen Ereignissen auf. Des Weiteren stellt er das derzeit in den Medien omnipräsente Mantra „2015 darf sich nicht wieder holen“ deutlich in Frage. Dem wollen wir uns vorbehaltlos anschließen und freuen uns wenn Sie ein Blick auf diesen Newsletter werfen.

→ Newsletter von medico international

Studie Erwartungen Betroffener sexuellen Kindesmissbrauchs an gesellschaftliche Aufarbeitung

Wir möchten Sie auf eine hervorragende Studie im Auftrag der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs) aufmerksam machen.

"Aufarbeitung muss – auch angesichts der vorliegenden Studie – in mindestens zwei Dimensionen differenziert werden: in die individuelle Bewältigung erlebter Gewalt und in die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Strukturen und Bedingungen, die sexuelle Gewalt möglich gemacht und ihre Beendigung erschwert bzw. verhindert haben. Beide Dimensionen stehen in Zusammenhang miteinander: Ob die individuelle Bewältigung gelingt, hängt auch davon ab, wie eine Gesellschaft und ihre Institutionen bereit sind, sexuelle Gewalt und ihre Folgen ernst zu nehmen und Unterstützung bereitzustellen und zugänglich zu machen. Andererseits kann die individuelle Bewältigung für Betroffene ein Weg sein, sich an gesellschaftlichen Aufarbeitungsprozessen zu beteiligen und diese mit ihrem Erfahrungshintergrund zu bereichern und voranzutreiben, wie in den letzten beiden Jahren vor allem am Beispiel der Betroffenen beobachtet werden konnte, die Übergriffe in Kirchen und pädagogischen Institutionen erlebt und sich organisiert haben. Der Stand gesellschaftlicher Aufarbeitung wiederum bestimmt das Maß, in dem die politisch Engagierten unter den Betroffenen in diese Prozesse einbezogen werden und ob ihre Teilnahme gefördert oder behindert wird. Die Kommission sieht ihre Aufgabe in der Förderung dieser Beteiligung. Aufarbeitung kann und darf nicht ohne die Betroffenen geschehen.“

Fazit Kommission

 

 

Gegen eine Instrumentalisierung durch Rechtspopulist*innen

Positionspapier von Fachberatungsstellen zu sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt

Seit Jahrzehnten arbeiten spezialisierte Fachberatungsstellen für die Ächtung und Überwindung sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt und setzen sich für die Belange von Betroffenen ein. Sexualisierte Gewalt ist ein Ausdruck von Macht und Herrschaft, bei denen sexuelle Handlungen als Mittel zur Gewaltausübung missbraucht werden. Sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt sind gesamtgesellschaftliche Probleme, die gesamtgesellschaftliche Lösungsstrategien erfordern.

 

Dieses Positionspapier, der BAG FORSA – Bundesarbeitsgemeinschaft feministischer Organisationen gegen Sexuelle Gewalt an Mädchen und Frauen e.V., bff: Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe – Frauen gegen Gewalt e.V., BKSF – Bundeskoordinierung Spezialisierter Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend und DGfPI – Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung, -vernachlässigung und sexualisierter Gewalt e.V. wird vom Vorstand des Fachverbands Traumapädagogik geteilt und ist hier in voller Gänze zu lesen.

 

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