Titelbild Traumapädagogik e.V.

Fachtag
Herausfordernde Schüler_innen — Traumasensible Hilfe im Schulalltag

14. Mai 2022 / Leipzig

 

Herausfordernde Schüler_innen kennt jeder aus seinem Schulalltag. Die Frage ist oft, wollen sie nicht, oder können sie nicht? Sie fallen aus dem Netz und werden teilweise als „nicht tragbar“ beschrieben. Was tun, „wenn Kinder nicht wollen können“? (Hehmsoth 2021) Der Fachtag der AG Schulen des Fachverband Traumapädagogik widmet sich der spannenden Frage, wie wir Kindern und Jugendlichen ihr Recht auf Bildung sichern und als an Schulen Tätige trotzdem Entlastung bei den tagtäglichen Herausforderungen erleben können.

Ablauf

ab 08:30 Uhr   Anmeldung, Ankommen

09:30 Uhr   Grußwort Fachverband Traumapädagogik

09:45 Uhr   Vortrag

11:00 Uhr   Kaffeepause

11:15 Uhr   Workshopreihe 1

12:15 Uhr   Mittagspause

13:15 Uhr   Workshopreihe 2

14:15 Uhr   Kaffeepause

14:30 Uhr   Workshopreihe 3

15:45 Uhr   Podiumsdiskussion

16:15 Uhr   Ein kleines Glücksmoment

16:45 Uhr   Ende

 

Teilnehmergebühr & Anmelde-Informationen

 

Programm

 

Hauptvortrag:

„Wenn Kinder nicht wollen können…“- Traumasensible Hilfen für schwer belastete Schülerinnen und Schüler

Die Förderung von Kindern mit Traumafolgestörungen ist komplex. Die Fallbeispiele zweier Mädchen, Aishe und Samira, führen uns daher durch die Grundlagen von Psychotraumata und zeigen die Herausforderungen der Implementierung von traumasensiblen Hilfen in Schulen. Durch eine exemplarische Förderung dieser beiden Mädchen wird das 7- Säulen- Modell, ein Werkzeug zur pädagogischen Arbeit an Schulen, anschaulich erläutert.

 

Workshop 1

„Screening und Förderung schwer belasteter Schüler und Schülerinnen“

Eine der größten Herausforderungen für die pädagogische Arbeit mit schwer belasteten Kindern ist die Erfassung von Traumafolgestörungen. Was heißt „traumatisiert“? Wodurch wird man traumatisiert? Wie können schwer belastete Kinder wieder lernen? Dieser Workshop vermittelt einen Einblick in traumapädagogisches Screening und die darauf aufbauende Unterstützungsplanung.

Referent:

Dr. Carl Hehmsoth ist Heil- und Sonderpädagoge. Seine Tätigkeitsschwerpunkte liegen in inklusiven Settings in den Fachbereichen Lernen und Emotionale/ Soziale Entwicklung sowie in der Fortbildung von Mitarbeiter_innen in Bildungseinrichtungen zum Themenbereich Trauma und Schule. Er arbeitet in Einrichtungen in den USA und der Schweiz in ambulanten und stationären Einrichtungen sowie für Forschungsprojekte im Irak.

 

Workshop 2

„Fallberatung an Schulen: ein niedrigschwelliges Angebot zur Entwicklung einer traumasensiblen Perspektive auf hoch belastete Schülerinnen und Schüler“

Das Einnehmen einer veränderten Perspektive auf hoch belastete Schülerinnen und Schüler ist eine zentrale Voraussetzung ihrer strukturierten und erfolgreichen Förderung im Rahmen der Schule.

Im Workshop wird zuerst das Modell einer niedrigschwellig strukturierten Fallberatung erläutert. Anhand dargestellter Praxisbeispiele des Modells können die Teilnehmenden ihre diagnostischen Kompetenzen erweitern und in einem selbstreflexiven Prozess die Entwicklung einer traumasensiblen Perspektive auf Schülerinnen und Schüler aus ihrer Lerngruppe erproben.

Referent

Dr. Matthias Schirmer: Langjährige Tätigkeit als Förderschullehrer an einer Förderschule sowie in inklusiven Settings. Herr Dr. Schirmer verfügt über die Zusatzqualifikation als Traumafachberater und Traumafachpädagoge (TIL Leipzig) und gestaltet Fortbildungen und Vorträge zu traumapädagogischen Themen. Er entwickelte und erprobte das Modell einer traumasensiblen Fallberatung zur Anwendung im schulischen Kontext.

 

Workshop 3

„Trauma – Gruppe – Schule“

Die Auswirkungen traumatischer und belastender Erfahrungen einzelner Kinder und Jugendlicher wirken in der Regel deutlich auf die Dynamik einer Gruppe, wie etwa einer Schulklasse. Nicht selten werden die Pädagoginnen und Pädagogen erst darauf aufmerksam, wenn es zu gruppendynamischen Auffälligkeiten wie beispielsweise Mobbing, Störungen und Teilnahmeverweigerungen kommt.

In diesem Workshop werden wir, orientiert an den Erfahrungen der Teilnehmer_innen, einen Blick auf folgende Fragen werfen: Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Traumsymptomatik und Gruppendynamik? Welche Bedeutung haben in diesem Prozess soziale Ängste traumatisierter Kinder und Jugendlicher? Welche Möglichkeiten gibt es im Schulsetting zur Unterstützung und Begleitung in der Gruppe? Welche Bedeutung liegt in der Kooperation mit anderen pädagogischen und psychosozialen Fachkräften?

Referent

Jacob Bausum: Schlechter Realschüler, guter Traumpädagoge. Dazwischen Ausbildung zum Erzieher, Studium Soziale Arbeit in Jena, Leipzig und Frankfurt und viel praktische Erfahrung in unterschiedlichen Arbeitsfeldern der Pädagogik und Jugendhilfe. Zur Zeit Leitung und Referent im Zentrum für Traumapädagogik in Hanau, Mitglied im Vorstand des Fachverband Traumapädagogik e.V. Sein Schwerpunktthema in der Traumpädagogik ist der Blick auf die Wechselwirkungen von Traumasymptomatik und Gruppendynamik.

 

Workshop 4

„Tragende Netze – Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe“

„Es soll niemand durch die Netze fallen“ ist ein vielfach formulierter Anspruch im öffentlichen Bildungswesen. Im Workshop zur Kooperation von Schule und Jugendhilfe erfahren Sie von tragfähigen Arbeitsbündnissen und exemplarischen Lösungswegen insbesondere zu Gunsten hochbelasteter junger Menschen in der Schule. Besondere Beachtung wird dabei auf die verstehendende Haltung im institutionellen Kontext gelegt werden.

Anhand gelungener und gescheiterter Beispiele sowie praxisnaher Darstellung eines Kooperationsmodells von Sozialarbeit an Schulen werden wir gemeinsam einige Wirkfaktoren tragender Netze für die mit Bildung und Erziehung befassten Professionen herausstellen.

Referentin

Traumapädagogin (DeGPT/ FVTP) und Familientherapeutin (BvPPF), Karin Ziegler ist neben ihren Erfahrungen in ambulanter und offener Kinder- und Jugendhilfe über viele Jahre mit Aufbau und Gestaltung von Sozialarbeit an Schulen in Hessen befasst gewesen. Als Schulsozialarbeiterin „der ersten Stunde“ kennt sie Wohl und Wehe der Schnittstellenarbeit und die Fallstricke für belastete Kinder und Jugendliche im Schulalltag.

 

Workshop 5

„Elternarbeit – Stress lass nach …“

Die Aufgabe von Eltern ist es ihre Kinder zu erziehen, zu fördern und ihnen ein geborgenes Umfeld zu bieten. Im Rahmen der „Erziehungspartnerschaft“ sollen sie sich im schulischen Umfeld mit einbringen und ihre Kinder fürsorglich unterstützen. Manchmal gelingt es Eltern aus verschiedensten Gründen nicht, diese sichere Basis für ihre Kinder zu schaffen. Der Workshop zeigt Zugänge zur traumasensiblen Elternarbeit auf und stellt an Hand praktischer Beispiele Möglichkeiten und Grenzen in der Zusammenarbeit mit den Eltern dar. Traumasensible Elternarbeit – erst verstehen, dann beraten

Referenten

Eva-Maria Hoffart ist Diplomsozialpädagogin, Traumapädagogin/traumazentrierte Fachberaterin (FVTP/DeGPT) und in der Geschäftsführung im Erich Kästner Kinderdorf tätig. Als Sprecherin der AG Schulen des Fachverband Traumapädagogik und als in der Fortbildung im Bereich Trauma (Schule und Jugendhilfe) Aktive ist es ihr ein Anliegen, die Bereicherung durch die Traumapädagogik im beruflichen Alltag zu vermitteln.

Gerald Möhrlein ist Sonder- und Diplompädagoge, traumazentrierter Fachberater und Traumapädagoge. Er ist Vorstand des Erich Kästner Kinderdorfes, in der Schulleitung eines Sonderpädagogischen Förderzentrums und im Bereich der Weiterbildung als Dozent tätig. Er hat langjährige Erfahrung in der Sozialarbeit eines sozialen Brennpunktes. Sein Schwerpunkt liegt in dem Bereich der Kooperation von Schule und Jugendhilfe auf Augenhöhe. Gemeinsam entwickelten sie das traumapädagogische Konzept zur Ganztagsbeschulung (SchulCHEN) traumatisierter Kinder und Jugendlicher im Erich Kästner Kinderdorf.

 

Workshop 6

„Mobbing – eine Erfahrung von Gewalt und Ohnmacht im Klassenraum - und was wir als Lehrer*innen dagegen tun können“

Mobbing findet immer in der Gruppe statt und alle machen mit. Was hat Mobbing mit Trauma zu tun? In wieweit kann Mobbing ein Auslöser für eine Posttraumatische Belastungsstörung sein? Wie können wir Mobbing im Klassenraum erkennen?  Und was dann? In diesem Workshop möchten wir zeigen, wie wir als Lehrkräfte durch unsere eigene Positionierung, durch Eingreifen und durch spezielle gruppenbezogene Übungen und deren Reflektion in der Klasse den Mobbingprozess beenden können. Durch die Stärkung des Selbst-Bewusstseins sowie der Aktivierung der  Selbstwirksamkeit der Lerngruppe können Rollen aufgelöst werden und es kann sich ein  auf Achtsamkeit, Akzeptanz und Respekt basierendes Klassenklima entwickeln, so dass die Klasse für alle zu einem „sicheren Ort“ wird.

Referentinnen

Luciene de Souza Beck, gebürtige Brasilianerin, Gymnasiallehrerin für Spanisch und Deutsch/ Deutsch als Fremdsprache an der Kooperativen Gesamtschule in Sehnde/Hannover, Traumapädagogin/ Traumafachberaterin (DeGPT/FVTP). Psychosoziale Beratung von Schülerinnen und Schülern im schulischen Kontext. Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus brasilianischen Armenvierteln mit vielfältigen psychosozialen Problemen.

Heike Stephan, M.A. (Pädagogik/Spanisch/Kinder-und Jugendpsychatrie), Spanisch- und Beratungslehrerin an der Kooperativen Gesamtschule in Sehnde/Hannover, Beraterin für Gewaltprävention beim Regionalen Landesamt für Schule und Bildung Niedersachsen ( Durchführung von Lehrerfortbildungen für Mobbing-Interventions-Teams an Schulen/ Lions Quest Praxisbegleiterin), Traumapädagogin/Traumafachberaterin (DeGPT/FVTP), Traumazentrierte Fachberatung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene beim Kinderschutzbund in Burgdorf/Hannover

Teilnehmergebühr


Für Mitglieder des Fachverbands Traumapädagogik
€ 70

Für alle anderen Teilnehmer:innen
€ 90

Anmeldung

Ihre Anmeldung senden Sie bitte an verwaltung@fachverband-traumapaedagogik.org

In Ihrer Mail benennen Sie bitte drei der sechs Workshops, an denen Sie teilnehmen möchten. Ihre Workshop-Wahl muss bis zum 23.04.2022 eingegangen sein. Alle Workshop-Wünsche werden nach Eingangsreihenfolge berücksichtigt. Wir versuchen allen Wünschen nachzukommen, können dies jedoch – je nach Nachfrage – nicht garantieren. Je früher Sie sich anmelden und Ihre Präferenzen senden, umso eher können wir Ihrer Workshop-Wahl entsprechen.

Die Anmeldung wird erst nach Eingang der Teilnehmergebühr wirksam.

Veranstaltungsort

Mediencampus Villa Ida
Poetenweg 28
04155 Leipzig-Gohlis

→ Anreisemöglichkeiten

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Titelfoto von Anna Samoylova auf Unsplash

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